BOB DYLAN – I'M NOT THERE

24.05.2026 19:30

Veranstalter / Text: Weitwinkel-Kommunales Kino Singen e.V.
 Bitte allgemeine Infos am Ende der Seite beachten.

HOMMAGE AN BOB DYLAN ZUM 85.   # 2   | „I AND I“  |   REGIE : TODD HAYNES   | REPRISE 

• Großer Preis der Jury/Silberner Löwe (Todd Haynes) - IFF Venedig 2007

# Vgl. Intro zum ‚Fokus bei film # 1| „Ich kann nur ich selbst sein. Wer auch immer das ist.“(B. Dylan)
# 2 „I AND I & IT AIN’T ME“: Eine radikal unkonventionelle filmische Vision vom Leben, der Musik und der Poesie Bob Dylans, seiner charismatischen, rätselhaften, widerspenstigen Persönlichkeit. Mit sechs verschiedenen Personalisierungen umkreist I’M NOT THERE achronologisch bestimme Schaffens- und Lebensphasen des Robert Allen Zimmerman: die Darsteller(In)n(en) Marcus Carl Franklin, Christian Bale, Ben Whishaw, Cate Blanchett (!), Heath Ledger und Richard Gere interpretieren den frühreif-jungen Blues-Dylan, den klassischen Protestsänger, den poète maudit des Beats, den gewandelten Bandleader, der seine Fans mit elektrifiziertem Rock schockt, den privaten, scheiternden Ehemann/Schauspieler/ christlichen Prediger und den alternden Outlaw auf neuer Reise. Der Name Bob Dylan taucht im Film nicht auf, auch manche historischen Fakten bleiben außen vor bzw. erfahren eine interpretativ-inspirierende Fiktionalisierung. Über 30 Dylan-Songs in teilweise neuen Coverversionen strukturieren den Film. Regisseur und Autor Todd Haynes (*1961/Los Angeles), der sich u.a. mit VELVET GOLDMINE(1998) über den Glamour-Rock der 70er, mit DEM HIMMEL SO FERN(2002) und CAROL(2015) einen Namen gemacht hat, zeichnet mit I’M NOT THERE (Der programmatische Titel ist dem einzigen von Dylan selbst gesungenen zuvor unveröffentlichtem Song von 1966/67 im Film entnommen) ein multiperspektivisches Dylan-Bild: “Ich hatte nie das Bedürfnis, jemandem, der so unkonventionell wie Bob Dylan ist, mit einer konventionellen Dramaturgie zu begegnen“, so Haynes. Die Idee, Dylan in verschiedene ‚Figuren‘ zu splitten ist konzeptionell so anschaulich wie wirkungsvoll, weil sie Inszenierung und Wahrnehmung der Person/Persönlichkeit Dylans in der Öffentlichkeit mit seinen Rollen/Identitäten und dem ikonischen Star-Mythos kurzschließt und mit allen Widersprüchlichkeiten kreativ dekonstruiert. Formal wird das in eine überbordend assoziative Bilderstruktur unterschiedlicher kinematografischer Stile (u.a. Fellini, Godard) kombiniert mit reichlich filmischen Zitat-Varianten anderer (Dok-/Spiel-)Filme mit Bezug zu Dylans Werk und Wirken gefaßt (u.a. Sam Peckinpahs PAT GARRETT & BILLY THE KID, Murray Lerners FESTIVAL! NEWPORT FOLK FESTIVAL 1963-1966, Pennebakers DON’ T LOOK BACK oder Dylans RENALDO & CLARA). Haynes Film ist alles andere als mainstream-gestrickte Biopics wie „Walk the line“ oder „Like a complete unknown“, sondern gleicht in seiner Struktur eher einem Dylan-Text Mitte der 60er, so energetisch wie spielerisch, reflektiert, anspielungsreich, bisweilen kryptisch, immer überraschend.

„Eine radikal unkonventionelle Dylan-Biografie. (…) Gleichermaßen ehrfürchtig wie respektlos verhandelt der Film auf allen Ebenen die Motive von Dichtung und Wahrheit. (…)  Er zeichnet ein höchst subjektives Dylan-Bild, ein pointillistisches Sammelsurium der Stile und Perspektiven. Sein Credo dabei ist: Dieser Mensch ist so vielseitig und widersprüchlich, dass es den einen »wahren Dylan« womöglich gar nicht gibt.
Von der Wirklichkeit entfernt sich Haynes so weit, dass der Vorwurf mangelnder historischer Korrektheit so sinnlos wäre wie die Forderung an Dylan, endlich zu seinen Wurzeln zurückzukehren. Nicht eine Sekunde lang behauptet der Film, den Menschen Dylan durchdrungen zu haben. (…)
Haynes' Dylan ist beileibe kein Sympath, sondern vor allem ein Leidender auf der Flucht: vor den Anhängern, die ihm ein Etikett anheften, vor den Journalisten, die ihn ergründen, vor den Frauen, die ihn domestizieren wollen. Kein Wunder, dass der echte Dylan diesem Projekt seinen Segen gab, betreibt es doch die Fabrikation von Identität, ihre Re- und Dekonstruktion, genauso virtuos wie der Künstler selbst. Es wahrt Distanz und versucht gar nicht erst, das Unerklärbare zu erklären. Kommt man dem »wahren Dylan« auf diese Weise näher? Don't think twice, it's all right.“_(epd-film)
 
USA 2007 | fiktionale Form | Regie & Co-Buch: Todd Haynes | Co-Buch: Oren Moverman | Kamera: Edward Lachman | Musik: Bob Dylan / Songs eingespielt von Stephen Malkmus & The Million Dollar Bashers, Ramblin’ Jack Elliott, Calexico, John Doe, Los Lobos, Tom Verlaine  u.a./ Titelsong: B. Dylan & The Band (1967) | Musikalische Leitung: Randall Poster/Jim Dunbar | Schnitt: Jay Rabinowitz | Produzenten: Christine Vachon, James D. Stern/Jon Sloss/John Goldwyn | Produktionsdesign: Judy Becker | Kostüme: John Dunn | DarstellerInnen: Christian Bale (Jack/Pastor John), Cate Blanchett (Jude), Marcus Carl Franklin (Woody), Richard Gere (Billy), Heath Ledger (Robbie), Ben Whishaw (Arthur), Charlotte Gainsbourg (Claire), David Cross (Allen Ginsberg), Michelle Williams (Coco Rivington), Julianne Moore (Alice Fabian) u.a. | HD/Cinemascope/1: 2,39 | Farbe u. s/w | DTS5.1/DD2.0 | FSK: 12 J. | OmdU (amerikan. Englisch / dtsch. UT) | 135 Min.

EP: € 5.00
Mitgl.: € 3.00

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