DAS GEHEIMNIS VON VELÁZQUEZ
22.01.2026 20:00
Édouard Manet pries ihn als „Maler aller Maler“, Salvador Dalí nannte ihn den „Ruhm Spaniens“ und Pablo Picasso widmete seinem „großen Idol“ eine eigene Gemäldereihe – aber wer war Diego Velázquez (1599-1660) wirklich? Mit „Die Hoffräulein“ schuf der Hofmaler des spanischen Königs eines der einflussreichsten Gemälde aller Zeiten, malte Porträts der royalen Familie, des Papstes, aber auch des einfachen Volkes und hinterließ ein über 200 Gemälde umfassendes Lebenswerk. Trotz dieser Prominenz bleibt Vieles um Velázquez bis heute nebulös. Woher stammt seine unerreichte Beherrschung von Licht und Schatten, die seinen barocken Porträts subtile Töne und eine lebendige Atmosphäre gibt, und die erst ein Jahrhundert später im Impressionismus salonfähig wurde? Wie verlieh er seinen Porträts diesen beispiellosen Realismus? DAS GEHEIMNIS VON VELÁZQUEZ spürt den Echos eines genialen Malers nach, die in unzähligen Werken weltberühmter Künstler widerhallen und bis heute Rätsel aufgeben. Eine einzigartige Kinoreise durch 400 Jahre lebendiger Kunstgeschichte.
„Das Rätsel um Velázquez liegt in einem fesselnden Paradoxon: Obwohl er von fast allen großen Malern einstimmig als einer der wichtigsten Künstler der Geschichte angesehen wird, taucht sein Name in der breiten Öffentlichkeit nur selten auf. Manet bezeichnete ihn als „Maler aller Maler“ und Courbet stellte fest, dass man beim Betrachten seiner Werke ob ihrer Perfektion die Lust an den eigenen Gemälden verliere. Dalí wiederum trieb es auf die Spitze und zögerte nicht zu erklären, dass es nur zwei Genies in der Malerei gäbe: Velázquez und ihn selbst – dabei trug er einen Schnurrbart der dem des spanischen Meisters nachempfunden war. Dennoch wird Velázquez in den populären Ranglisten, die von Picasso, Da Vinci oder Monet dominiert werden, häufig vergessen. Diese Frage, warum der unter vielen Künstlern als einer der Großen betrachtete, keinen Platz im kollektiven Gedächtnis einnimmt, war der Ausgangspunkt für den Film. Auch ich selbst wusste vor der Arbeit an diesem Film wenig über Velázquez’ Leben. Meine Drehbuchautorin Cristina Otero Roth hat in mir die Neugier geweckt, als sie beobachtete, welche Faszination von seinen Gemälden im Prado ausging. Sie lösten Staunen aus und eine unverständliche Faszination. Das ist ebenfalls eine Facette des Rätsels um ihn: Seine Kunst ist komplex und bleibt ohne Erklärung unbegreiflich, übt aber trotzdem eine fast magische Anziehungskraft aus. Diese Tiefe ist zwar unendlich fesselnd, aber auch sehr schwer, ins Kino zu übertragen. Die Herausforderung bestand also darin, diesem intellektuellen Universum Gestalt zu verleihen und gleichzeitig das Geheimnis und die Kraft seines Werkes zu bewahren.“ (Regisseur Stéphane Sorlat)
(L'ÉNIGME VELÁZQUEZ) F 2025; Regie: Stéphane Sorlat; Dokumentarfilm,
FSK: 0 (Deskriptoren: keine): Länge: 98 Min.; OmU; Dolby Digital
EP: € 9.00
KEINE KARTENRESERVIERUNG MÖGLICH, NUR ABENDKASSE.
KASSENÖFFNUNG: 19.30 Uhr