DE FACTO

28.02.2024 20:00

Veranstalter / Text: Weitwinkel-Kommunales Kino Singen e.V.


CALIGARI - FILMPREIS   2023     |    REGIE: SELMA DOBORAC

Anläßlich der aktuellen 74. Berlinale (15. Bis 25.02.24) unsere alljährliche Präsentation des Caligari-Filmpreisträgers des Vorjahres: Die Auszeichnung ist der 'Preis der Kommunalen Kinos' auf der Berlinale und wird von einer aus drei Personen bestehenden Jury für einen ‚stilistisch und inhaltlich innovativen‘ Film in der Berlinale-Sektion 'FORUM' vergeben vom Bundesverband kommunale Filmarbeit (BkF) und dem filmdienst.de (Medienpartner in 2023). Weitwinkel unterstützt den renommierten Preis jährlich über den BkF.
Der Preisträgerfilm 2023 'DE FACTO' von Selma Doborac erhielt neben dem Caligari-Filmpreis weitere Auszeichnungen auf internationalen Festivals, u.a. in Sarajevo und Gijon.
Wir zeigen DE FACTO in Kooperation mit dem Bundesverband kommunale Filmarbeit BKF e.V./Frankfurt M.
Hinweis: der Film hat keine FSK-Prüfung und ist daher "freigegeben ab 18 Jahre" (vgl. www.fsk.de)|
Nachfolgend die vom Bundesverband kommunale Filmarbeit e.V. (BKF) veröffentlichte, vollständige (mit "Statement" übertitelte) Begründung der Jury (bestehend aus drei Jurorinnen) zur Verleihung des CALIGARI-Filmpreises 2023 an den österreichisch-deutschen Film DE FACTO:
"In einem minimalistisch-kühlen Setting treten zwei Charaktere auf. Ihre verbalen Ausführungen bilden eine drastische Rede, die sich an ein unsichtbar und stumm bleibendes Gegenüber richtet. Vom ersten ausgesprochenen Satz an entwickelt sich daraus ein Sog in die schwer aushaltbare Realität menschlicher Grausamkeit. Die beiden Männer waren maßgeblich an Verbrechen gegen die Menschlichkeit beteiligt und legen jetzt ungehemmt Rechenschaft über ihr Handeln und dessen Beweggründe ab. In die unheimliche Alltäglichkeit ihrer Formulierungen mischen sich immer wieder Begriffe, die einen Horizont von historischen Referenzen eröffnen. DE FACTO präsentiert nicht einfach zwei Täter, sondern bietet eine szenische Reflexion über Täterschaft und die sozialpsychologischen Dimensionen von Massengewalt. Die Dramatis personae sind keine Individuen sondern zu lesende Kunstfiguren, geformt aus einer Vielzahl verdichteter und ineinander verwebter Zeugnisse dokumentierter genozidaler Verbrechen. Mit unglaublicher Wucht macht der Film nur durch das gesprochene Wort und seine Verkörperung das Nachleben der Gewalt ebenso erfahrbar wie ihre bedrohliche Aktualität. Selma Doborac ist ein außergewöhnlicher und hochintensiver Film gelungen, der wie kaum ein anderer zuvor zerstörerische (Gruppen-)Dynamiken und das Inhumane im Menschen auch philosophisch zu denken gibt.
DE FACTO interveniert in unsere Tendenz, die unangenehme aber notwenige Auseinandersetzung mit Massengewalt zu Verdrängen. Er ermöglicht eine neue Form künstlerischer Zeugenschaft, die auch unseren Glauben an Gerechtigkeit herausfordert."
_(Jury Caligari-Filmpreis 2023, vollständige Begründung 2923, Quellen: https://www.kommunale-kinos.de/service/caligari-filmpreis-berlinale; https://www.arsenal-berlin.de/forum-forum-expanded/archiv/programmarchiv/2023/programm-forum/hauptprogramm/de-facto/jury-statement-zum-caligari-filmpreis/ /)
Für weitere Informationen zum Film verweisen wir hier (auch aufgrund teilweiser urheberrechtlicher Beschränkungen) beispielsweise auf die Texte zum Film auf der Website des östrreichischen Verleihs (und Weltvertriebs des Films) sixpackfilm in dessen Filmkatalog (www.sickpackfilm.com/de), sowie auf den Katalogtext der Sektion Forum der 73. Berlinale 2023, der sich auch auf der Website des 'arsenal - Institut für film und videokunst' findet (https://www.arsenal-berlin.de/forum-forum-expanded/archiv/programmarchiv/2023/)
Zur Filmemacherin:
"Selma Doborac (* 1982, Bosnien und Herzegovina) lebt in Wien und arbeitet in den Bereichen Essay-, Dokumentar- und Experimentalfilm, Fotografie und Konzeptkunst.
Von 2002 bis 2007 Studium und Diplom an der Universität für angewandte Kunst, Wien,
Klasse für medienübergreifende Kunst (Bernhard Leitner). Von 2008 bis 2012 Studium und Diplom an der Akademie der bildenden Künste, Wien, Klasse für Kunst und Film (Harun Farocki).
Ausstellungs- und Festivalbeteiligungen, sowie Auszeichnungen und Stipendien im In- und Ausland." _ (Quelle: https://www.sixpackfilm.com/de/catalogue/filmmaker/5016/)

Österreich, Deutschland  2023 | fiktional-dokumentarische Form | Regie / Buch / Schnitt, Sounddesign, Kostüm /Produzentin: Selma Doborac; Kamera: Klemens Hufnagl; Originalton: Claus Benischke-Lang; Musik: Didi Kern & Philipp Quehenberger; Szenenbild: Selma Doborac (mit Objekten von Heimo Zobering u. Franz West); Tonmischung: Jochen Jezussek; Darsteller*innen: Christoph Bach, Cornelius Obonya | DCP/1: 1,33 | Farbe | DD 5.1 | Sprachfassung: OF Deutsch/(mit engl. UT) | FSK: (keine / ungeprüft = ab 18 J.) | 130 Min.

EP: € 5.00
Mitgl.: € 3.00

BITTE BEACHTEN (WEITWINKEL-Kommunales Kino e.V.):


- Karten zum WW-Kino derzeit nur an 
der Tages- (bei Matinee u. Kinderkino)
und an der Abendkasse jeweils vor der Veranstaltung.

- Nur Barzahlung.

- (Derzeit) KEINE Kartenreservierungen.

- Einlass ab 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn.

- Alle Filme i.d.R. mit einer Einführung und Trailern (zzgl.)

- Programmänderung vorbehalten.

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