JEUNES MÈRES – JUNGE MÜTTER

25.11.2026 20:00

Veranstalter / Text: Weitwinkel-Kommunales Kino Singen e.V.

►  CINEASTI*INNEN DES WELTKINOS # 31: JEAN-PIERRE UND LUC DARDENNE (BELGIEN)
► “INTERNATIONALER TAG ZUR BESEITIGUNG VON GEWALT GEGEN FRAUEN / (UNO)“
 
• Bestes Drehbuch (Jean-Pierre u. Luc Dardenne) + ‚Preis der Ökumenischen Jury‘ -  IFF Cannes 2025 (Wettbewerb) // Douglas Sirk Preis (für die Brüder Dardenne) - Filmfest Hamburg 2025 |
Zum „Internationalen (UN-)Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ („UNO-Aktions- und Gedenktag zur Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt jeder Form gegenüber Frauen und Mädchen“)
 
„Jessica, Perla, Julie, Ariane und Naïma leben mit ihren Babys in einem Haus für junge Mütter. Selbst noch jugendlich, kämpfen sie für sich und ihre Kinder für ein besseres Leben. Dabei stellen sie sich ihren eigenen Müttern, konfrontieren sich mit ihren Ängsten und stehen für sich selbst ein – mal ganz allein, mal mit, mal gegen die Väter ihrer Kinder. Jessica will vor der Geburt ihres Kindes verstehen, warum ihre Mutter sie damals als Baby abgegeben hat. Ariane entscheidet sich ihr Kind in eine Pflegefamilie zu geben. Julie hat einen Drogenentzug gemacht und sucht mit ihrem Freund Dylan und ihrer Tochter nach einer Wohnung. Perla, die von ihrem Freund verlassen wird, stellt sich einem Konflikt mit ihrer Schwester. Und Naïma hat einen Ausbildungsplatz gefunden und wieder Kontakt zu ihrer Familie. Die Betreuer*innen im Mutter-Kind-Haus unterstützen die jungen Frauen, selbstbestimmt Verantwortung zu übernehmen. Ihr Zusammenhalt untereinander stärkt sie.“[VisionKino] | Mit ihrem 13. Langfilm, der sich entlang der Geschichten der fünf (titelgebenden) jungen Mütter erstmals als episodische Erzählung strukturiert ist, wurden die belgischen Brüder Jean-Pierre (*1951) und Luc Dardenne (*1954) – die ihre Filme seit 1978 in Co-Regie/-Autorenschaft inszenieren - 2025 zum zehnten (!) Mal in den Wettbewerbs beim Festival von Cannes eingeladen und dort u.a. für Ihr Drehbuch ausgezeichnet. Sie zählen mit ihren so stilbildenden wie empathischen, reflektierten sozialrealistischen Dramen zu den wenigen Filmschaffenden, die dort den Hautpreis der ‚Goldenen Palme zweimal gewonnen haben (1999 mit ROSETTA und 2005 mit DAS KIND/L‘ENFANT). Die Dardennes zu ihrem neuen Film: „Wir haben keine Geschichte eins zu eins der Realität entlehnt. Aber natürlich haben wir uns inspirieren lassen, nicht nur von den jungen Frauen, denen wir persönlich begegnet waren, sondern auch von all den Geschichten und Erlebnissen, von denen uns die Leiterin und all die Mitarbeitenden des Heims berichteten. Es gibt diesen Ort seit mehr als 60 Jahren, da haben die dort arbeitenden Erzieherinnen und Psychologinnen wirklich alles gesehen. Doch natürlich sind die Biografien unserer Protagonistinnen alle fiktionalisiert, was uns gerade mit Blick auf das Ende des Films ein Anliegen war. Uns scheint, dass uns diese fünf jungen Mütter zu den grundlegendsten Emotionen geführt haben.“
Die belgischen Brüder Jean-Pierre Dardenne (*1951, Engis) und Luc Dardenne (*1954, Awirs) realisieren seit 1978 gemeinsam Filme als Co-Regisseure, - Produzenten und -Drehbuchautoren. Nach Anfängen mit Dokumentarfilmen (u.a. „LE CHANT DU ROSSIGNOL“(1978)) wechselten sie 1986 mit „FALSCH“ zum Spielfilm (u.a. LA PROMESSE(1996), ZWEI TAGE, EINE NACHT(2014)). Für ROSETTA (1999) und  2005 mit DAS KIND/ L’ENFANT(2005) wurden sie bei beim IFF Cannes, wo sie inzwischen zehn Mal im Wettbewerb mit ihren Filmen vertreten waren, mit der ‚‘Goldene Palme’ ausgezeichnet. Sie widmen sich in ihren Arbeiten stets sozial relevanten Themen und zwischenmenschlichen Konflikten und gelten mit ihrem so direkt-authentischen wie empathischen Stil als Meister des engagierten Sozialdramas -  im europäischen wie im globalen Kino.
 
„Das episodenhaft konzipierte, klare und einfach gehaltene Drama begleitet die Protagonistinnen fast dokumentarisch durch den Alltag und stellt eine große Nähe zu ihnen her. Die klug verknüpften Handlungsbögen vermitteln zwar auch Sozialkritik, vor allem aber Zärtlichkeit, Mitgefühl und Menschlichkeit.“_(filmdienst.de)
Im Gesamtwerk der Dardenne-Brüder markiert der Film keinen Bruch, wohl aber eine Akzentverschiebung. Die existenzielle Härte früherer Arbeiten ist zurückgenommen, der Blick weniger konfrontativ, stärker auf Übergänge gerichtet. Wo »Der Sohn« oder »Das Kind« ihre Figuren an moralische Abgründe führten, beobachtet »Junge Mütter« das alltägliche Ringen um Halt. Gerade diese Zurückhaltung verleiht dem Film seine nachhaltige Wirkung.“_(epd-film)
„Ein einfühlsamer Blick auf frühe Mutterschaft im Widerhall gesellschaftlicher Strukturen und neuer sozialer Fragen.
Anders als viele Filme über Teenager-Schwangerschaften verzichtet JUNGE MÜTTER auf Melodramatik oder Problematisierung von Mutterschaft. Figuren werden zu Menschen, ihre Lebensrealitäten im Spiegel struktureller Benachteiligung reflektiert und die Verantwortung an die Gesellschaft zurückgegeben. Manchmal scheint dabei das Miteinander im Mutter-Kind-Haus fast zu perfekt. Doch dieser Eindruck wird abgelöst von einer Hoffnung – fern jedes Zögerlichen – die der Film in seine Protagonist*innen legt.
Über die Betrachtung der Nebenfiguren – Väter der Kinder, Mütter der Jugendlichen, Ausbilder*innen – regt der Film zur Reflexion über Rollenbilder im Familienkontext, Unterstützungsangebote für junge Mütter oder die Bedeutung sozialen Zusammenhalts an.“_(VisionKino)
 
(JEUNES MÈRES / YOUNG WOMEN) Belgien/Frankreich 2024/25 | fiktionale Form | Regie/ Buch: Jean-Pierre und Luc Dardenne | Kamera: Benoit Dervaux | Schnitt: Marie-Hélène Dozo | Ton, Tonschnitt & Mischung: Jean-Pierre Duret, Valène Lery, Thomas Gauder | Produktionsdesign: Igor Gabriel | Kostümdesign: Dorothée Guiraud | Produzenten : Jean-Pierre und Luc Dardenne / Delphine Tomson / Denis Freyd | DarstellerInnen: Babette Verbeek (Jessica), Elsa Houben (Julie), Janaina Halloy Fokan (Ariane), Lucie Laruelle (Perla), Samia Hilmi (Naïma), u.a. | dcp/1:1,85 | Farbe | DD5.1 | OmdU (französisch/mehrsprachig + dsch. UT) | Altersempfehlung (filmdienst.de): „sehenswert ab 14 Jahren“ | FSK: 12 J. | 106 Min.
 
EP: € 5.00
Erm.: € 3.00
 
Karten derzeit nur an der Tages- (Matinee/Kinderkino) bzw. der Abendkasse vor der Veranstaltung. Keine Reservierungen. Nur Barzahlung.

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