MELT
24.11.2026 20:00
Veranstalter / Text: Weitwinkel-Kommunales Kino Singen e.V.
‚ZEITENWENDE ?!‘ # 79 | AUF DÜNNEM EIS... | ZUR COP 31 | REGIE: NIKOlAUS GEYRHALTER
Die WW-Reihe 'ZEITENWENDE?! #' thematisiert ökologische und ökonomische, soziale, politische und philosophische Fragen der Zeit. | Im thematischen Kontext zur im November stattfindenden, inzwischen 31. UN-Weltklimakonferenz COP (09.-20.11./Antalya, Türkei), führt Film # 79 in Schnee- und Eislandschaften – (noch) so faszinierend wie (bereits) fragil, von zunehmend beschleunigten (Schmelz-)Prozessen unterlaufene ‚Illusionen‘: unsere menschliche Lebenssphäre steht buchstäblich wie tatsächlich auf dünnem Eis...
• Spezialpreis Dolomiten Unesco Welterbe - Bolzano Film Festival/Bozen 2026
Vom größten Gletscher der Alpen in der Schweiz über Japan, Kanada, Frankreich, Österreich, Island bis zu einer Forschungsstation in der Antarktis - ruhige Einstellungen zeigen kommentarlos weiße Landschaften: Über vier Jahre hinweg, zwischen 2021 und 2025, hat der österreichischen Dokumentarfilmer Nikolaus Geyrhalter (*1972, Wien; u.a. Unser täglich Brot, 2005) für sein jüngstes Werk die Kamera auf Schnee und Eis gerichtet, quer über den Globus hinweg. Im japanischen Tateyama errichten Bulldozer meterhohe Schneewände, um den Weg für die Touristen freizuschaufeln. Im Skiparadies Val-d'Isère produziert man indes ein aus Kunstschnee bestehendes Wunderland. In der Schweiz ziehen Pistenraupen Furchen in die Gletscherlandschaft, um den Schnee bereits für die nächste Skisaison zu lagern, und in Island posieren Besucher vor riesigen Eisblöcken, die langsam vom Meer verschluckt werden. Die befragten Protagonist:innen sind Menschen, die tagtäglich von dieser Welt umgeben sind, die mit den Herausforderungen, der Wucht und der Schönheit des Schnees konfrontiert sind. An allen Orten berichten Menschen aber auch vom Rückgang des Schnees, von schmelzenden Gletschern, zunehmenden Extremwetterlagen – davon, wie sie den Klimawandel bei der Arbeit und in ihrem Alltag zunehmend spüren - vom schleichenden Verschwinden dieser magischen Masse, dieses doch nicht so ewigen Eises.[nach: Produktion/Dok-Leipzig/Diagonale]
Der österreichische Regisseur, Autor, Kameramann und Produzent Nikolaus Geyrhalter (*1972/Wien) ist einer der wichtigsten europäischen Kino-Dokumentarfilmer der Gegenwart. Seine Filme (u.a. UNSER TÄGLICH BROT(2005), PRIPYAT (1999), ERDE (2018), MATTER OUT OF PLACE (2022/23) sind vielfach preisgekrönt und zeichnen sich durch einen oft kommentarlosen, visuellen Panoramastil mit präzise gestalteten und montierten Bildern aus. Mehr als 60 Kino und TV-Dokumentationen hat er mit seiner NGF-Produktion seit 1994 realisiert und produziert inzwischen aus Spielfilme und Serien.
Geyrhalter zu seinem aktuellen Film: “Ich mag Schnee. Ich mag Schnee speziell auch im Film. Ich mag es, wenn es schneit. Und letztendlich geht es wie oft in meinen Filmen um die Menschen und ihren Umgang damit. Der Klimawandel ist ein großer Aspekt, aber einen Film explizit über den Klimawandel zu machen oder das so zu benennen, schien mir wenig attraktiv.(...) Viel spannender ist es, zu zeigen, wie es jetzt noch ist. Ich sehe den Film als ein Festhalten von Leben mit Schnee, wo Schnee im Alltag noch eine Rolle spielt, auch um diesem gefrorenen Wasser eine Art Denkmal zu setzen. Wie immer ist es auch ein Film für zukünftige Archive (…). Aber es sind langsame Prozesse am Laufen. Ich möchte MELT nicht allzu sehr auf das Thema des Verschwindens reduzieren. Es geht mir in MELT auch darum, diese Schneewelten erlebbar zu machen und dabei viel über die Menschen zu lernen.“_(N. Geyrhalter)
"Nikolaus Geyrhalter findet in seinem jüngsten Werk opulente Bilder einer Welt aus Eis und Schnee und evoziert zugleich eine lebhafte Vorstellung von der bevorstehenden großen Schmelze."_(DOK Leipzig, Festivalkatalog)
„Der Schnee schmilzt. Diese Entwicklung ist nicht zu stoppen. Doch Geyrhalter zeigt auch, wie wenig die Menschen dieses Phänomen wahrhaben wollen. (..) Mit langen, eindrücklichen Einstellungen kontrastiert der Dokumentarfilm schwindende Naturphänomene und künstlich erzeugtes Winterspektakel sowie die Überlebensstrategien der Tourismusbranche, die das Trugbild einer heilen weißen Welt aufrechterhalten. Ohne Kommentar entsteht ein präziser Blick auf die Verdrängung des Klimawandels, auf Kommerzialisierung und die fragile Realität einer Welt, in der Schnee und Eis zur Illusion werden.“_(filmdienst.de)
"In eindrucksvollen Bildern von schwindenden Schneelandschaften, Gletschern und künstlich erhaltenen Wintersportorten beobachtet Geyrhalter die globale Veränderung durch den Klimawandel."_(film-rezensionen.de)
[MELT] Österreich 2021-2024 | dokumentarische Form | Regie/Buch/Kamera/Co-Produzent: Nikolaus Geyrhalter /NGF Filmproduktion | Recherche: Sophia Laggner | Ton: Sophia Laggner, Hjalti Bager-Jonathansson, Eva Hausberger, Sergey Martynyuk, Ariane Pellini | Schnitt: Gernot Grassl | Sounddesign: Florian Kindlinger, Flora Rajakowitsch | Produzent:innen: N. Geyrhalter, Markus Glaser, Michael Kitzberger, Katharina Posch, Wolfgang Widerhofer || DCP/1:1,85 | DD5.1 | Sprachfassung: OmU (Japanisch, Deutsch, Englisch, Französisch/dtsch. UT) | FSK: (-)/keine Prüfung/AT: „jugendfrei“/ 6 J. /Altersempfehlung (filmdienst.de): ‘sehenswert ab 14 J.‘ | 127 Min.
EP: € 5.00
Erm.: € 3.00
Erm.: € 3.00
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