SILENT FRIEND

18.03.2026 20:00

Veranstalter / Text: Weitwinkel-Kommunales Kino Singen e.V.
 Bitte allgemeine Infos am Ende der Seite beachten.

CINEAST*INNEN DES WELTKINOS   # 28   |   REGIE : ILDYKÓ ENYEDI  (UNGARN)

• FIPRESCI-Preis der int. Filmkritik als Bester Film – 82.IFF Venedig 2025 (Wettbewerb)
• Beste Nachwuchsdarstellerin/Marcello-Mastroinanni-Preis (an Luna Wedler) – 82.IFF Venedig 2025
• Beste Kamera (Silver Hugo) (f. Gergely Pálos) – Chicago IFF 2025

Im botanischen Garten der mittelalterlichen Universitätsstadt Marburg steht ein majestätischer Ginkgobaum, der über mehr als einhundert Jahre hinweg Inspirationsquelle und Bezugspunkt  für Menschen wird, die sich mit Botanik und Kommunikation befassen: 2020 wagt ein Neurowissenschaftler aus Hongkong (Tony Leung), der die kognitive Entwicklung von Babys erforscht, inmitten der Pandemie ein ungewöhnliches Experiment mit dem alten Ginkgobaum; 1972 erfährt ein junger Student (Enzo Brumm) eine innere Wandlung, ausgelöst durch die konzentrierte Beobachtung einer Geranie; 1908 entdeckt die erste Studentin der Universitätv (Luna Wedler) mithilfe der Fotografie verborgene Muster des Universums.  [n. Produktion/filmportal] | Die ungarische Fimemacherin Ildykó Enyedi (*1955, u.a. ‚KÖRPER UND SEELE, 2017) zu ihrem jüngsten Film, der gleichsam als ‚Tryptichon‘ die Geschichten von Menschen und Pflanzen und ihre drei zeitlichen Ebenen in poetisch-sinnlicher (Montage-) Form - und durch drei verschiedene Bildformate 35mm/sw, 16mm/Farbe, Digital/Farbe- verknüpft, schreibt zu ihrem Film: „Ich würde niemals wagen, jemandem eine Erklärung dafür zu liefern, wie ein Baum die Welt wahrnimmt. Ich möchte nur darauf aufmerksam machen, dass es sich bei einem Baum um ein komplexes Wesen mit einer eigenen Wahrnehmungswelt handelt, die genauso gültig und wichtig ist wie diejenige der Menschen. Wir (Menschen) sind auf dieser Welt nicht das Maß aller Dinge, unsere Wahrnehmung beschreibt die Welt nicht auf eine objektive Art und Weise. Da wir die Grenzen unserer Wahrnehmung nicht überschreiten können, habe ich mich dafür entschieden, durch drei Begegnungen, drei Zusammenstöße, drei unvollkommene und eher unbeholfene Versuche mit der Welt jenseits des menschlich Wahrnehmbaren in Verbindung zu treten.(…) Mich beschäftigt das Thema Verbindung: wie Menschen zueinander finden, aber auch, wie schwierig dieses Verbinden oft ist. (…) Ich habe keine Botschaft; ich habe Fragen, Erfahrungen und Neugier.“ Die ungarische Regisseurin und Autorin Ildikó Enyedi (*1955/Budapest) arbeitete als Konzept- und Medienkünstlerin und dreht seit 1981 Kurz- und Lang-Kinospielfilme. Für ihr vielbeachtetes Debüt "MEIN 20. JAHRHUNDERT/AZ ÉN XX. SZÁZADOM"(1989) erhielt sie in Cannes den Nachwuchs-Preis der 'Goldenen Kamera'. Für ihre Arbeiten, u.a. WINTER WAR(1991), MAGIC HUNTER/DER FREISCHÜTZ(1995) oder TAMÁS AND JULI(1997), gewann sie über 40 internationale Preise. 2017 erhielt sie für KÖRPER UND SEELE auf der Berlinale den ‚Goldenen Bären‘ als besten Film des Wettbewerbs, danach eine OSCAR®-Nominierung. Vor diesem Kinocomeback arbeitete sie auch für das internationale Fernsehen. Mit “Die Geschichte meiner Frau”(2021) konkurrierte sie im Wettbewerb der internationalen Filmfestspiele von Cannes. Zwei Mal (1990 u. 2021) war sie selbst Mitglied Jury der Berlinale, 2018 bei den FF in Venedig. Sie unterrichtet Film in Meisterklassen und an der Theater- und Filmhochschule in Budapest und zählt zu den KritikerInnen der amtierenden ungarischen Regierung. Sie ist  Gründungsmitglied der European Cross Media Academy sowie Mitglied der European Film Academy. Ildiko Enyedi ist Mitglied der Academy of Motion Picture Arts and Sciences und der European Film Academy.

“Der Film behandelt auf einzigartige, sinnliche Weise die Beziehung der Menschen zur Natur, von der wir ebenso Teil sind wie die Pflanzen. (…) Als Titel gebende Hauptrolle wählte Ildikó Enyedi ... einen Baum, und darin liegt der besondere Reiz des Films. [Sie] versucht damit, unsere Grenzen des Erlebens und Verstehens der Natur, die uns umgibt, aufzubrechen. Denn wie können wir jemanden verstehen, dessen Sprache wir nicht sprechen? Enyedi findet inhaltlich und filmisch außergewöhnliche Antworten. (…) Wie Jahresringe bei einem Baum wachsen in „Silent Friend“ immer neue Sinnschichten und Erzählstränge übereinander.  (…) (Es ist) auch ein Film über die Fortpflanzung und die Liebe, voller Humor, Melancholie und Witz.“_(Jury der Evangelischen Filmarbeit/epd, Film des Monats Januar 2026)
„Ein poetisches, sensibles Werk, in dem die Beziehung zwischen Pflanzen und Menschen zum Sinnbild für die universelle Sehnsucht nach Verbundenheit wird. Es ist nicht zuletzt ein Plädoyer für die Freiheit der Wissenschaften.“_(filmportal)
In diesem zuvorkommenden Film wird Ihnen ein anderes Zeitmaß begegnen: Er lädt Sie zu gründlicher Entschleunigung ein. Zauber und Wissenschaft geben sein Tempo vor. (…) Enyedi inszeniert ihren Film gewissermaßen als traumbegabte Gelehrte. Sie ruft die wissenschaftliche Forschung als Instrument auf, Metaphern zu finden für die Phänomene der Welt. Die Regisseurin ist fasziniert von den Gesetzen und Möglichkeiten der Wahrnehmung.(...) (das Sound-Design des Films ist exzellent).“_(epd-Film)
„In Zeiten grassierender Irrationalität erinnert Ildikó Enyedi uns daran, dass die Welt wunderschön, geheimnisvoll , vor allem aber erkennbar ist.“_(Radio Eins/rbb)
„In epischer Länge, dabei kurzweilig, thematisiert der Film die komplexe Beziehung von Mensch und Pflanze: Jede Hauptfigur kommuniziert anders mit Pflanzen, aber stets im Sinne von Goethes „zarter Empirie“, in der forschende Naturbeobachtung dem Objekt empathisch verbunden ist. Diesen Kontext von Wissenschaft und Poesie machen Makroaufnahmen von Wurzelgeflecht und Leitbahnen, kunstvolle Pflanzenfotos und Landschaftsbilder sinnlich erfahrbar.“_(Visionkino)

(SILENT FRIEND) Frankreich / Deutschland / Ungarn | (semi-)fiktionale Form | Regie & Buch: Ildykó Enyedi | Kamer: Gergely Pálos | Schnitt: Károly Szalay | Musik: Gábor Keresztes / Kristóf Kelemen | DarstellerInnen: Tony Leung Chiu-wai (Tony), Luna Wedler (Grete), Enzu Brumm (Hannes), Léa Seydoux (Alice), Sylester Groth (Anton), Martin Wuttke (Hr. Fuchs), Johannes Hegemann, Rainer Bock u.a. | Drehformate. 16mm, Farbe/35mm sw/digital HD | Kopie: DCP/Cinemascope/1:2,39 | Farbe + s/w | DD5.1. | “FSK-Deskriptoren: belastende Szenen, Bedrohung, Sprache“ | OmdU | FSK: 6 J. | 147 Min. (Überlänge/keine Pause)

EP: € 5.00
Mitgl.: € 3.00

BITTE BEACHTEN (WEITWINKEL-Kommunales Kino e.V.):


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und an der Abendkasse jeweils vor der Veranstaltung.

- Nur Barzahlung.

- Keine Kartenreservierungen
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- Einlass / Kasse ab 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn.

- Alle Filme i.d.R. mit einer Einführung und Trailern (zzgl.)

- Programmänderung vorbehalten.

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