ZWEI STAATSANWÄLTE

04.02.2026 20:00

Veranstalter / Text: Weitwinkel-Kommunales Kino Singen e.V.
 Bitte allgemeine Infos am Ende der Seite beachten.

CINEAST*INNEN DES WELTKINOS   # 26 :  SERGEI LOZNITSA (UKRAINE)   |   UKRAINE  # 8

•    PRIX FRANÇOIS CHALAIS – IFF Cannes 2025 (Wettbewerb)

Vorbemerkung zu den drei Filmen #7 - #9 der WW-Reihe 'UKRAINE #': Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert an, geht mit dem vierten Jahrestag am 24.02. des Großangriffs Rußlands gegen das Land in das 5. Jahr nach 2022 - 12 Jahre nach Beginn des „Krieges vor dem Krieg“ im Dombass und auf der Krim. Wir führen unsere lose Filmreihe zum menschlich so leidvollen wie (welt)politisch relevanten Geschehen in der Ukraine fort mit zwei aktuellen Dokumentationen (#7+#9), die Menschen in den ukrainischen Städten Butscha im Norden und Odessa am Schwarzen Meer begleiten, und  - ergänzend in einem erweiterten historischen Kontext - einem Spielfilm, der fast parabelhaft Machtmechanismen des Stalinismus in der Sowjetunion thematisiert (#8).
Sowjetunion, 1937.Tausende von Briefen von Häftlingen, die vom Regime – im Zuge der stalinistischen ‚Säuberungen‘ - zu Unrecht beschuldigt wurden, werden in einer Gefängniszelle in Brjansk verbrannt. Einer erreicht trotz aller Widrigkeiten seinen Bestimmungsort: den Schreibtisch des jungen, neu ernannten örtlichen Staatsanwalts Alexander Kornjew. Dieser setzt alles daran, den Gefangenen, ein Opfer von Agenten der Geheimpolizei NKWD, zu treffen. Der junge Kornjew, ein engagierter Bolschewik mit Integrität, vermutet ein falsches Spiel. Sein Streben nach Gerechtigkeit führt ihn bis zum Büro des Generalstaatsanwalts Wyschinski in Moskau.... [Produktion/filmportal] |
Der neue Spielfilm des ukrainische Regisseur Sergei Loznitsa (*1964) entstand nach dem gleichnamigen Roman des sowjetischen Physikers und Schriftstellers Georgi Demidow (*1908 – 1987) – der ab 1938 vierzehn Jahre im Gulag verbrachte, 1958 dann rehabilitiert wurde - und thematisiert bisweilen in Form einer Groteske samt finaler Pointe die Mechanismen staatlicher Willkür während des ’Großen Terrors’ unter Josef Stalin in der Sowjetunion.
Sergei Loznitsa (*1964, Baranawitschy, Breszkaja Woblasz, Weißrussische SSR/UdSSR) wuchs in Kiew/Ukraine, auf. Nach einem Studium der Angewandten Mathematik am Kiewer Polytechnikum arbeitete er von 1987 bis 1991 als Wissenschaftler am Kiewer Institut für Kybernetik im Bereich der Erforschung künstlicher Intelligenz. 1997 schloß Loznitsa ein Filmregiestudim am Russischen Staatlichen Institut für Kinematographie (VGIK) in Moskau ab. Er dreht seit 1996 Filme und hat inzwischen bei 28, zumeist preisgekrönten, Dokumentarfilmen und 5 Spielfilmen Regie geführt, zumeist über historische, gesellschaftliche und politische Themen (u.a. MEIN GLÜCK(2010), IM NEBEL(2012), DIE SANFTE(2016), MAIDAN (DOK, 2014), DONBASS (2018), BABI YAR. CONTEXT (DOK, 2021), LUFTKRIEG (DOK, 2022). Loznitsa hat in den Niederlanden eine Filmproduktionsfirma gegründet und lebt seit 2001 in Deutschland. Sein neuster (Spiel-)Film ZWEI STAATSANWÄLTE feierte Weltpremiere bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes 2025 als Wettbewerbsbeitrag und wurde mit dem „Prix François Chalais“ ausgezeichnet. Im KritikerInnenspiegel des Festivalwettbewerbs führte der Film das Ranking gemeinsam mit dem Palmen-Gewinnerfilm (EIN EINFACHER UNFALL) an.

“Wie und warum sollten wir uns heute mit dem diktatorischen System des Sowjetkommunismus auseinandersetzen? Diese Frage beantwortet der ukrainische Regisseur Sergeï Loznitsa mit seinem Film ZWEI STAATSANWÄLTE, der zunächst auf die Bedrohung durch Russland Bezug zu nehmen scheint, aber darüber hinaus auch auf die zyklisch wiederkehrenden Diktaturbestrebungen aller Art verweist.“_(arte.tv)
“Ein Meisterwerk.“_(rbb Kultur)
“Der ukrainische Regisseur Sergei Loznitsa inszeniert das bürokratische System des Stalinimus als ein von Verdächtigungen und unterschwelliger Bedrohung durchzogenes klaustrophobisches Labyrinth.“_(Filmfest Hamburg)
„Eine kafkaeske Parabel über das Zeitalter der stalinistischen Säuberungen, mit großer visueller Kraft und außergewöhnlichen Schauspielern inszeniert.
(…) „Zwei Staatsanwälte“ erzählt eine Geschichte, in der von Anfang an alles entschieden ist. Genauer gesagt entscheidet sich die Angelegenheit bereits mit der Texteinblendung, die die Handlung historisch situiert: „1937. Auf dem Höhepunkt des stalinistischen Terrors“. Die Spur, die der Film zu Beginn aufnimmt, wird sich, das weiß das nachgeborene Publikum, im Nichts der sowjetischen Gewaltgeschichte verlieren. Die Frage ist nur: wie. Und auch: was unterwegs sichtbar wird.“_(filmdienst.de)

(TWO PROSECUTORS)   Frankreich/Deutschland/Niederlande/Lettland/Rumänien/Littauen 2025 | fiktionale Form |
Regie/Buch: Lergei Loznitsa | Kamera: Oleg Mutu | Schnitt: Danielius Kokanauskis | Musik: Christiaan Verbeek |Production-Design: Yuriy Grigorovich / Aldis Meinerts | Produzent: Kevin Chneiweiss | DarstellerInnen: Alexander Kuznetsov (A. Kronjew), Anatoliy Belyy, Aleksandr Filippenko, Vytautas Kaniusonis, Valentin Novopolskij, Orest Pasko, Lukas Petrauskas, Sergey Podymin, Ivgeny Terletsky u.a. | DCP/1:1,33 | Farbe | DD 5.1 | OmdU (Ukrainisch / Russisch/ dtsch. UT) | ‚FSK-Deskriptoren: Bedrohung,Verletzung‘ | FSK: ab 12 J. / | 118 Min.

EP: € 5.00
Mitgl.: € 3.00

BITTE BEACHTEN (WEITWINKEL-Kommunales Kino e.V.):


- Karten zum WW-Kino derzeit nur an 
der Tageskasse (bei Matinee u. Kinderkino)

und an der Abendkasse jeweils vor der Veranstaltung.

- Nur Barzahlung.

- Keine Kartenreservierungen
.
- Keine nummerierten Plätze.
- Einlass / Kasse ab 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn.

- Alle Filme i.d.R. mit einer Einführung und Trailern (zzgl.)

- Programmänderung vorbehalten.

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